Österreichische Offiziersgesellschaft
Das Sicherheitspolitische Gewissen der Republik Österreich
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Argumente zur aktuellen Abfangjägerdiskussion
FREI VON DER LEBER WEG:

Argumentekatalog für potenzielle Verfasser von e-mails, Leserbriefen und Sonstigem

  1. Gemäß SPÖ-Cap genügt die Elektronische Luftraumüberwachung: das ist der selbe Unsinn wie:
    • Ein EKG zum Messen der Herztätigkeit ohne Behandlungsmöglichkeit
    • Geschwindigkeitsmessung ohne Strafmöglichkeit
    • Gefängnisstrafe ohne Inhaftierungsmöglichkeit
    • Fallschirmspringen ohne Fallschirm
    • Fiebermessen ohne entsprechende Medikamente gegen das Fieber

     

  2. Warum erneuern alle Nachbarn ihre Abfangjägerflotte? Sind die alle "blöd" oder wollen die nicht auch ihr Geld für eine Steuerreform oder andere Bereiche verwenden? Oder sind sie "nur" verantwortungsbewusst und wollen deshalb auf ihre Luftraumverteidigung nicht verzichten. Nur zur Erinnerung: Ungarn, Tschechien, die Schweiz, Deutschland, Holland, Polen u.v.m. haben bereits neue Flugzeuge beschafft oder stehen unmittelbar davor.

     

  3. Das können ja andere für uns machen! Im Prinzip ja: Aber sicher nicht aus Nächstenliebe, sondern auf Basis einer ganz einfachen Rechnung. Wenn Österreich die "Leistung" einer Luftraumüberwachung von 24 Flugzeugen (als Gesamtpaket) haben will, dann werden einfach die Kosten dafür errechnet und in ein "Jahresangebot" umgelegt. Vielleicht gibt's auch ein wenig Rabatt. Unterm Strich zahlen wir dann vermutlich das Selbe, allerdings gehören die Flugzeuge nicht mehr den Österreichern und es sitzen keine österreichischen Piloten drinnen. Und man kann sich an einer Hand ausrechnen, wo die Flugzeuge im Zweifelsfalle zuerst fliegen würden, wenn zufällig Österreich und der "Beschützerstaat" gleichzeitig bedroht würden.

     

  4. Know how und Technologiegewinn: Die Luftfahrtindustrie ist ein Zukunftsbereich. Wer hier den Anschluss verpasst, wird dies nicht mehr aufholen können. Neben dem Sicherheitsgewinn ergibt sich hier für Österreich vermutlich eine einmalige Chance, durch Ausschöpfung der Kompensationsgeschäfte (200%) einen Sprung vorwärts zu machen und damit auch in die Zukunft zu investieren.

     

  5. Schluss mit der absolut unseriösen Diskussion!
    Wer die Anschaffung von Abfangjägern mit der Ambulanzgebühr oder der Sicherheit im Straßenverkehr in einen Topf wirft, hat entweder keine Ahnung, oder er ist ein moderner politischer Rattenfänger. In beiden Fällen sollte er zum Wohle der Österreicher und Österreicherinnen besser schweigen!

     

  6. Lehre aus der Vergangenheit:
    Seit 1989 hat sich die Welt und auch Europa mehr verändert als sich dies Politiker oder Wissenschafter je hätten träumen lassen. Vielfach hat sich diese Veränderung unter Einsatz von brutaler Gewalt und menschenverachtendem Vorgehen vollzogen. Wie kann ein verantwortungsbewusster Politiker in einer Zeit, wo keiner weiß, was übermorgen passieren wird, daher die "Wehrlosigkeit" predigen? Die einzige wirkliche Erfahrung kann nämlich nur lauten: Je weniger man über die Zukunft weiß, umso mehr muss man gewappnet sein.

     

  7. Abfangjäger können einen wertvollen Beitrag zur Friedenssicherung leisten! Im Rahmen des internationalen Krisenmanagements haben Flugzeuge enorm an Bedeutung gewonnen. Allein die Kontrolle von Luftverbotszonen hat in den vergangenen Jahren vielen Leidenden weitere Bedrohungen erspart. Österreich könnte durch die Beistellung von einigen der geplanten 30 Abfangjäger einen wertvollen Beitrag zu den europäischen Friedensanstrengungen leisten. Möglicherweise könnte damit der Beitrag zu den Bodentruppen geringer gehalten werden. Es wäre ein politischer und wirtschaftlicher Fehler, sich von vorneherein dieser Möglichkeit zu berauben.

     

  8. Abfangjäger sind Teil eines Gesamtsystems: Nur die perfekte Zusammenarbeit einer passiven (insbesondere Radarüberwachung) und aktiven Komponente kann den Erfolg garantieren. Aus jahrzehntelangen Erfahrungen und Übungen hat sich das österreichische Bundesheer ein Spezialwissen und Verfahren angeeignet, das durch den Verzicht auf eigene Abfangjäger unwiederbringlich verloren gehen würde.

     

  9. Wer auf Abfangjäger verzichtet, verzichtet auf ein funktionsfähiges Bundesheer! Landesverteidigung und auch Krisenmanagement sind wie ein Auto. Wenn sie diesem den Motor ausbauen haben sie zwar noch immer ein Auto, aber es kann seinen Zweck nicht mehr erfüllen. Genauso ist es, wenn dem System Bundesheer das Element Luftwaffe abhanden kommt. Dann lieber ehrlich und gleich die Forderung: Abschaffen!!

     

  10. Sicherheitspolitik darf kein "Versuchsfeld" für ideologische Realitätsverweigerer oder Tagträumer sein. Und die Sicherheit Österreichs darf nicht in den Händen derer liegen, die 1991 den Draken in der Steiermark und Kärnten zugejubelt haben, nachdem sie knapp vorher aus lauter Freude über den Fall des Eisernen Vorhangs das Bundesheer abschaffen wollten! Es geht nicht um Wünsche - es geht um Realitäten und die Gewährleistung der österreichischen Sicherheit auch in Zukunft.

     

  11. Österreichs Ansehen in der Welt endgültig demolieren? Eigentlich versteht schon kein Mensch mehr den "Eiertanz" und die gekünstelte Aufregung um die Neutralität. Aber mit welchem Verständnis werden unsere europäischen Partner eine Entscheidung zur Kenntnis nehmen, dass sich Österreich wehrlos macht, während es gleichzeitig seine Teilnahme an europäischen Verteidigungsanstrengungen betont? Innerösterreichische "Dummheit" in Ehren - aber nicht auf Kosten der Sicherheit und eines außenpolitischen Glaubwürdigkeitsverlustes!

     

  12. Es ist ein erschreckender Gedanke, dass diese Art von Realitätsverweigerung und unseriöser Argumentation auch in anderen Bereichen der Politik existiert. Eine vage Vorstellung davon erhält man, wenn man sich an die vollmundigen Beteuerungen erinnert, dass unsere Pensionszahlungen auf immer und ewig garantiert seien oder dass die unvorstellbare Staatsverschuldung keinerlei Problem darstelle. Die Rechnung für diese "Irrtümer" zahlen wir heute - bei der Sicherheit könnte das aber zu spät sein!

     

  13. Das Argument, dass Österreich bald nur mehr von Freunden umgeben sei, führt völlig in die Irre. Denn wahr ist vielmehr, dass Österreich in Kürze ein Außenseiter und ausgeschlossen sein wird! Wenn im November in Prag die NATO die nächste Erweiterung bekannt gibt, werden wir plötzlich trotz unserer Zentrallage zu einem "sicherheitspolitischen Exoten" ohne Mitsprache- und Gestaltungsmöglichkeit. Der Verzicht auf ein intaktes Bundesheer mit Abfangjägern im Prinzip zu Lasten und auf Kosten der Nachbarn wird diese Außenseiterrolle noch erheblich verstärken.

     

  14. Es ist schon eine bemerkenswerte Entwicklung, wenn der stellvertretende SPÖ-Vorsitzende und Nationalratspräsident Fischer plötzlich von dem Glauben befallen wird, dass man "neutral sein kann, ohne seinen Luftraum zu überwachen". Dass dieses "Glaubensbekenntnis" dem geltenden Völkerrecht in keiner Weise entspricht sei nur der Form halber hinzugefügt. Weisheiten dieser Art machen immer mehr verständlich, warum Österreich mittlerweile von vielen in- und ausländischen Beobachtern als "sicherheitspolitischer Trittbrettfahrer" (auf gut österreichisch als Schmarotzer) bezeichnet wird.

     

  15. Keine Abfangjäger? - klingt verführerisch! Aber wie so oft bei "Verführungen" kann es ein ganz böses Erwachen geben. Im Bereich der Sicherheit würde das bedeuten, wenn's drauf ankommt wehrlos, ausgeliefert oder bedeutungslos zu sein. Keine der drei Möglichkeiten ist wirklich erstrebenswert für die Österreicherinnen und Österreicher; sie können keine ernsthafte Alternative zur Eigenvorsorge darstellen.

     

  16. Abfangjäger im Vordergrund - Selbstpreisgabe im Hintergrund!
    Heute die Abfangjäger, morgen die Panzer, und übermorgen das gesamte Bundesheer abschaffen. Dem ewigen Traum der Friedensutopisten und Realitätsverweigerern soll wieder einmal Leben eingehaucht werden - und manche scheinen ihnen auf den Leim zu gehen. Wider besseres Wissen und gegen jede Vernunft soll ein Eckpfeiler jeder Verteidigung (Luftraumüberwachung) herausgebrochen werden. Der Einsturz des gesamten Gebäudes (Verteidigung und Krisenmanagement) bleibt dann nur mehr eine Frage der Zeit. Wenn schon wehrlos und handlungsunfähig, dann aber ordentlich! Bitte den Schlüssel für Österreich bei Realisten und Handlungsfähigen zu deponieren.

     


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